Unsere Kirche- Die Mauritiuskirche Oppelsbohm

 

Geöffnete Kirche bietet Raum der Stille

 

In einer lauten und hektischen Zeit tut es vielen Menschen gut, Räume der Stille und der Besinnung aufzusuchen. Kirchen sind solche Orte. Sie sollten nicht nur am Sonntag zur Gottesdienstzeit geöffnet sein.

 

Der Kirchengemeinderat hat deshalb beschlossen, zu folgenden Zeiten die Haupteingangstür am Turm für Kirchenbesucher zu öffnen:

 

Samstag          10 bis 16 Uhr     (im Sommer bis 17 Uhr)

 

Sonntag           11 bis 16 Uhr     (im Sommer bis 17 Uhr)

 

Auf die geöffnete Kirche weist ein Plakatständer vor dem Eingang der Mauritiuskirche hin.

 

In der Kirche können Sie die Buntglasfenster zur Weihnachts-, Oster- und Pfingstgeschichte betrachten. – Sie können den Kirchenraum auf sich wirken lassen und in der Stille Ihren Gedanken nachgehen. Sie können Ihre Freude oder Ihre Sorgen im Gebet vor Gott bringen. Eine Hilfe zum Gebet finden Sie im ausliegenden Kirchengesangbuch bei den Psalmen, Gebeten und auch in den Liedern des Gesangbuches.

 

Kirchengeschichte

Mauritiuskirche

Bis 1400 gehörten die Berglen-Orte zur Urpfarrei Buoch. Bald danach wurde von diesem großen Pfarrsprengel ein besonderes Kirchspiel abgetrennt. Es erstreckte sich vom Erlenhof bis Öschelbronn, vom Buchenbachhof bis Unterschlechtbach und Buhlbronn. Eine Kapelle, die dem hl. Mauritius geweiht war, konnte den Bedürfnissen dieser neuen Gemeinde nicht mehr genügen. Der Wunsch nach einer neuen Kirche kam auf. Aus einer altüberlieferten Sage lässt sich erschließen, dass die Standortfrage umstritten war. Sollte das neue Gotteshaus etwa in die Mitte des Kirchspiels auf der Höhe von Weißbuch – Necklinsberg oder in Oppelsbohm erstellt werden? Man plante die Kirche auf der Höhe, aber jedesmal in der Nacht kamen die "Erdmännlein" und beförderten das angekarrte Baumaterial nach Oppelsbohm hinunter, schließlich sogar auch die Handwerksleute.


Die Kirche in Oppelsbohm wurde dann im Jahr 1528 in spätgotischem Stil fertiggestellt. Am oberen Rand des Turmvierecks findet man diese Zahl. Vollendet hat die Kirche der Schorndorfer Baumeister Thomas Busch. Sein Baumeisterzeichen befindet sich auf einem der beiden Schlusssteine im Netzgewölbe des Chors. Geweiht ist die Kirche dem Heiligen Mauritius.


Im 18. Jahrhundert wurde der baufällige Dachstuhl abgerissen und der Turm um einen achteckigen Fachwerkbau erhöht. Dadurch wollte man auch dem Wunsch nachkommen, die Glocken in den Außenorten hörbarer zu machen. Die älteste Glocke (gegossen 1652) trägt die Umschrift: "Zum Gottesdienst mit hellem Schall, ruf ich der Gmeind von Berg und Tal. Auf meinen Klang zur Kirch bereit kommt wer begehrt der Seligkeit". Von den insgesamt 4 Glocken stammt die jüngste und größte aus dem Jahr 1988.


Die grundlegende Renovierung der Kirche fand 1870 statt. Dabei verschwand die idyllische Außentreppe zur Westempore und wurde ins Kircheninnere verlegt. Außerdem kam die Orgel aus dem Chor an die Emporenrückwand. Die seither flache Decke wurde gewölbt.


Die letzte größere Renovierung fand 1967 statt. Damals wurden die beiden seitlichen Emporen herausgenommen und eine Heizung eingebaut.


Die Glasfenster im Chor stammen aus unserem Jahrhundert und wurden von der Stuttgarter Firma Saile hergestellt. Das mittlere ist eine Stiftung zum Gedenken an die erste Frau des ehemaligen Oppelsbohmer Pfarrers und späteren Prälaten Helmut Pfeiffer, die nach kurzer Ehe in Oppelsbohm starb.


Das Bibelwort ist ihr Denkspruch. Dieses mittlere Fenster enthält Szenen aus der Passions- und Ostergeschichte; es ist also unser Osterfenster. Der Tod und die Auferstehung Jesu bilden ja auch die Mitte und den Grund unseres Glaubens. Links davon befindet sich das Weihnachtsfenster. Hier werden bekannte Szenen aus der Weihnachtsgeschichte dargestellt. Schließlich rechts das "Pfingstfenster"; Begebenheiten aus der Apostelgeschichte sind darauf zu erkennen. So erzählen uns die Kirchenfenster das, was Gott durch Jesus für uns getan hat.