21.03.20

Liebe Mitglieder unserer Kirchengemeinde Berglen,

vom Kirchenjahr her befinden wir uns gerade in der sogenannten Passionszeit. Passion bedeutet einerseits „Leiden“, andererseits „Leidenschaft“ im Sinne einer leidenschaftlichen Liebe.
LEIDEN – dies Wort trifft gut unsere jetzige Zeit. Wir leiden. Wir leiden unter vielen Einschränkungen. Wir leiden, weil viele berufliche Existenzen bedroht sind. Wir leiden, weil viele krank werden. Wir leiden unter Angst, weil viele Leben in Gefahr sind.
Wir als Kirche leiden auch, weil es unser nicht aufgebbarer Auftrag ist, in der Not nahe bei den Menschen zu sein. Aber wir können es kaum. Wir leiden darunter (auch wenn es in der jetzigen Zeit notwendig ist!), dass wir keine Veranstaltungen mehr anbieten, keine Gruppen und Kreise mehr abhalten, keine Gottesdienste mehr gemeinsam feiern können. Denn in all unseren Angeboten geht es ja regelmäßig um Grundfragen von uns Menschen, um Freude und Leid, um Liebe und Schuld, um Glück und Angst, um Leben und Tod, um Lebenssinn und Hoffnung. Gottesdienste und all unsere anderen Angebote wollen gelebte Seelsorge sein. Wir versuchen das zu leben, was die Psychologie als heilsam entdeckt hat: Wir finden Frieden, indem wir von uns wegblicken. Aber wohin blicken wir?
LEIDENSCHAFTLICHE LIEBE – Wir blicken hinauf zu dem, der zu uns herabgekommen ist. Wir blicken auf den, der aus Liebe „unsere Krankheit trug“ (Jesaja 53), dessen Leiden wir in der Passionszeit bedenken und dessen Auferstehung wir an Ostern feiern. Seit 2000 Jahren hat dieser Glaube Millionen von Menschen Kraft zum Leben und Trost in Ängsten geschenkt.

LEIDENSCHAFTLICHE LIEBE – Diese göttliche Liebe setzt unsere Liebe in Bewegung. Einkaufshilfen, persönliche Kontakte übers Telefon, Onlineangebote, Gottesdienste auf CD…. Wenn jede und jeder nur drei Menschen näher in den Blick nimmt und auf diese Menschen achthat, dann bleibt niemand allein. Machen Sie mit! Denken Sie mit! Beten Sie mit! Schenken Sie uns Ihre Ideen, wie wir in dieser Zeit Kirche sein können.
FREUDE – nach der Nacht kommt unweigerlich der Tag, nach dem Winter immer der Frühling, nach Karfreitag ist Ostern. Leidenschaftliche Liebe setzt „zwangsläufig“ Freude frei. Und das brauchen wir in unserer jetzigen Zeit. Lassen wir uns nicht gefangen nehmen. Bleiben Sie behütet! Gott segne Sie!
Pfarrer Markus Kettling

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Bitte wenden Sie sich an das Pfarramt Oppelsbohm (Tel. 07195/ 72828) oder an das Pfarramt Hößlinswart (Tel. 07181/ 6696888)
Der Kirchenbezirk Waiblingen hat eine Seelsorgehotline eingerichtet: 0151-15874970
Evangelische Telefonseelsorge: 0800-1110111 (Der Anruf ist kostenlos; die Nummer des Anrufers wird nicht angezeigt).